![]() Lindos Dorf |
Lindos besitzt den einzigen Naturhafen der Insel, der diesem Ort seit der Antike stets eine wichtige Rolle zukommen ließ. Die weiß getünchten Häuser der Bewohner schmiegen sich terrassenförmig dem Akropolishügel an und unterstreichen damit die Hanglage des Geländes. Schmale saubere Gassen mit gepflasterten Höfen und Hauseingängen charakterisieren das Dorf. Die einfachen schwarz-weiß gemusterten Kieselpflasterungen erinnern an die schönen Kieselmosaike von Kos, Delos und Pella, die im 3. und 2. jahrhundert v.Chr. auch auf Rhodos bekannt wurden. Vielleicht schließt die Pflasterung in den engen Gassen sogar an die alte Tradition der Kieselmosaike der Insel an. |
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Überall verstreut findet man zwischen den typisch griechischen Häusern interessante Gebäude aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, die auf die Ritterzeit zurückgehen, die dann später von den Türken mit ihrem Formgefühl weiterentwickelt wurden. Zu den deutlich erkennbaren Elementen aus der Ritterzeit sind unverkennbare orientalische Einflüsse hinzugekommen. Die prächtigen Ornamente beschränken sich nicht nur auf Tür- und Fensterumrahmungen, sondern gliedern teilweise ganze Hauswände. Der gotische Spitzbogen, von mehreren Flechtbändern umrahmt, weitet sich zu einem annähernd maurischen Bogen. Über den Portalen entdeckt man häufig ein aus dem Türbalken ausgekerbtes Kreuz, das an die Ritter des Johanniter-Ordens erinnert. Eines der schönsten Häuser dieser Art, in einer Mischbauweise aus gotischen Elementen der Ritterzeit und maurisch-orientalischen Einflüssen der Türkenzeit, ist das Haus des Papa Konstantino (Papa bedeutet auf neugriechisch Priester). Besonder sehenswert sind auch die Kapitänshäuser von Lindos, die ebenfalls in der beschriebenen Art errichtet sind. Ein kleiner Brunnen auf dem Dorfplatz, der von einem antiken Aquädukt mit Wasser gespeist wird, erinnert an die Antike. Ebenso sehenswert wie die engen Gassen mit ihren eindrucksvollen Fassaden ist das Innere einiger Häuser, die einen nahezu unverfälschten Eindruck rhodischer Lebensweise seit dem späten Mittelalter vermitteln. Kunstvoll gearbeitete Holzdecken, teils bemalt, überspannen die kleinen Innenräume, die oftmals mit Keramiken und Webarbeiten gefüllt sind und von einer alten traditionsreichen Volkskunst erzählen. die überall zu erhaltenden bunt bemalten Lindos-Teller gehen bis auf das 16. und 17. Jahrhundert zurück. Die Muster werden gern mit der Schlangenvase in Berlin, den Fayencen im Pariser Cluny-Museum und den Oinochoes Tierfriesen im Louvre verglichen, die man als die Vorläufer der lindischen Teller bezeichnet. |
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Der Text wurde dem Reiseführer "Rhodos" vom Polyglott-Verlag Dr. Bolte KG München, 1972, entnommen. ISBN3-493-60806-3 |
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