Kamiros
Alt Kamiros
An der Westküste der Insel, 34 km von Rhodos entfernt, liegt an stark bewaldeten Hängen in einer Mulde, 120 m über dem Meer, die zweite der drei dorischen Städte: Kameiros. (Es gibt auch die neugriechische Schreibweise Kamiros.)

Gleich einem Amphitheater schmiegt sich die antike Stadt dem weit aufsteigenden Gelände nach Osten hin an.
Am Fuße des Hanges auf einem Plateau die große Agora (Marktplatz), an der sich bis zum Hügelkamm dem Hang folgend die antike Wohnstadt erstreckt, die dicht bis zum einstigen Heiligtum, dem Tempelbezirk von Kameiros, anschloss.
In der Antike gehörte zum Landbesitz von Kameiros der kleinste Teil der Insel. Bei der Aufteilung der Insel fiel der weitaus größte Teil Lindos und Ialyssos zu. Das damalige Gebiet von Kameiros erstreckte sich südlich der Nordwestküste entlang bis zum Akramitis-Berg (325m), der südlichsten Grenze des schmalen Gebietsstreifens der Stadt.
Die nordwestliche Grenze verlief an den Hängen des Attaviros und des Profitis Illias. Damit gehören die bedeutendsten Gebirgszüge der Insel zum Besitz von Kameiros.
Die Kleinfunde und der außerordentliche Vasenreichtum aus den Nekropolen von Kameiros geben Aufschluss über die sehr starken Außenhandelsverbindungen der Stadt Kameiros mit anderen Inseln und dem griechischen Festland.
Münzfunde aus den Gräbern zeigen weiterhin, dass sich Kameiros im 6. jahrhundert besonders in der Münzprägung hervorgetan hat. Die Darstellung des aiginetischen Fußes auf den Münzen von Kameiros gibt Auskunft über Schiffsverbindungen nach den Inseln des Ägäischen Meeres, nach Kreta und der Peloponnes.

Der Text wurde dem Reiseführer "Rhodos" vom Polyglott-Verlag Dr. Bolte KG München, 1972, entnommen.
ISBN3-493-60806-3


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